Frühförderung oder Abenteuer?

Mein Kind kann schon lesen und deins! Was ist wirklich wichtig um in der Schule lernen zu können?

„Damit Kinder später richtig lernen können, ist es wichtig, dass sie von Geburt an in einer Umgebung aufwachsen, in der sie zu vielseitigen und anregenden Aktivitäten motiviert werden.“

Damit meine ich aber weder Frühförderungskurse noch Vergnügungsparks, weder Spielkonsolen noch Zimmer überfüllt mit Spielzeug.

Die Spielzeugindustrie ist in den letzten Jahren „auf den Boom der Fertigprodukte“ eingestiegen. Lego zum Beispiel: Eine der grossartigsten Erfindungen die bereits seit Jahren bestand hat. Nun gibt es da tolle Bausätze welche meistens die Eltern (oft auch mit Freude) zusammenbauen und das Kind dann das fertige Produkt zum Spielen bekommt. Klar beim Spielen sind dann der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Trotzdem möchte ich behaupten, dass mit vielen verschiedenen Legobauklötzen die Kreativität mehr gefördert werden kann.

„Alles, was der Mensch lernt, eignet er sich durch Tätigkeiten und Handlungen an!“

Wo kann ein Kind viele Erfahrungen sammeln durch Tätigkeiten und Handlungen? Ich würde behaupten in der Natur, wo sie anfassen, riechen und verweilen können. Zu Hause mit Stühlen, Decken, Klammern eigene Hütten bauen und lustige Parcours aufstellen. In der Küche beim Schnipseln, Kneten und Kochen helfen.

Wir alle, und das gilt bereits beim ­heranwachsenden Kind, konstruieren unser Wissen und Verhalten auf dem Hintergrund unserer Vorerfahrungen. Dieses Vorwissen ist wichtig für das Erlernen von neuen Fähigkeiten. «Neues Wissen und Verhalten sowie neue Fertigkeiten müssen zum erfolgreichen Lernen an bisheriges Wissen andocken können.»

Hier sei aber nochmals erwähnt, es geht nicht darum dass ein Kind vor der Schule schon Buchstaben und Zahlen kennt. Es geht darum, dass all seine Sinne Erfahrungen machen durften. Dies ist jedoch schwierig, wenn die Wohnung immer blitzblank sein muss, wenn das Tablet oder der Fernseher

Vorrang vor dem Rausgehen haben. Wenn wir unser Kind in Watte packen und auf Schritt und Tritt behüten.

Inputs:
Finde den gesunden Mix der zu deiner Familie passt.
  • Hinterfrage dich selbst, wo du behütest und wo du dein Kind „überbehütest“.
  • Wie wichtig ist dir eine super aufgeräumte Wohnung wirklich?
  • Gäbe es auch da Kompromisslösungen?
  • Ist dein Kind genügend draussen und hat Zeit Steine zu stapeln,

Wasser zu stauen oder in Blätterhaufen herumzutoben?

Du selbst bist der Experte für dein Kind und kennst es am besten, also Vertraue deinem Bauchgefühl.
  • Wenn es sich schon vor dem Kindergarten für Buchstaben und Zahlen interessiert, ist dem nichts einzuwenden.
  • Ab und zu ein Spiel am Tablet (ab ca.4 Jahren mit deiner Begleitung) ist auch ok.
  • Achte auch auf deinen Handykonsum und dein Medienverhalten (Vorbildfunktion).

Wenn du Zeit mit deinem Kind verbringst, dann verbringe auch du sie mit allen Sinnen!

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